Nachts um halb eins in Döhren

Ja, ich gebe es zu: Auch ich tue es von Zeit zu Zeit. Ungefähr einmal im Jahr überfällt es mich. Dann bin ich meistens auf irgend einem Rückweg. 2014-06-11 22.47.15

Dieses Mal war es der Weg aus der Hemminger Shinebar zurück in die Südstadt – mit dem Fahrrad. Es war eine überdurch-schnittlich beschwerliche Fahrt, denn ich hatte zuvor überdurchschnittlich viel Rotwein zu mir genommen. Genauer einen fruchtigen Merlot (0,2l / 3,70€). Der schmeckte wunderbar, doch auf leeren Magen nicht gut. Gar nicht gut, wie der eine oder andere vielleicht nachvollziehen kann.

Als ich mich gegen Mitternacht aufs Fahrrad schwang, bekam ich die Auswirkungen übermäßigen Traubensaftgenusses und mangelnder Nahrungsgrundlage zu spüren. Ich brauchte dringend etwas zu Essen! Ich wusste, zu Hause gibt es kein Brot, keine Eier, kein gar Nichts, und zum Kochen fühlte ich mich nun wirklich nicht mehr in der Lage. Als ich auf die Hildesheimer Straße abbog, tauchte am Horizont das wohl bekannte, gelb leuchtende M auf. Na klar – das Fast Food Restaurant würde zu meinem Retter in der Not. Schnell sammelte ich in meinem Kopf alle Argumente, die für oder gegen einen Besuch sprechen, rang mit mir selber und ließ schließlich doch meinen Bauch entscheiden. Und der sagte: „Ich habe Hunger, where’s the fucking problem?“ Ich schwebte also ins Schnellrestaurant an der Hildesheimerstraße in Döhren. Ich bestellte einen Big Mac. „Pommes, Cola, Ketchup, Mayo?“ fragte der sehr schnell redende Verkäufer. „Ja bitte“, erwiderte ich. Ich bekam ein Tablett und einen Pappbecher in die Hand gedrückt. Freundlich wies mich der M-Mensch daraufhin, das ich mir das Getränk selbst zapfen müsste. Wie eine Außerirdische – so kam ich mir vor. Wie lange war ich nicht mehr hier gewesen? Ich fühlte mich verloren. „Den Big Mac bringe ich Ihnen gleich“, sagte der fürsorgliche Kellner. Ich fragte, ob es eine Möglichkeit gebe, mein Handy anzuschließen. „Kein Problem, aber nicht vergessen“, sagte er und lächelte mir freundlich entgegen. Fürsorglich, sehr fürsorglich, der nette Herr McDonald. Als ich meinen Big Mac bekam, fiel mir auf, das ich keine Serviette hatte. Herr Fürsorglich war sofort zur Stelle. „Ich habe keine Serviette“, flötete ich. „Die müssen sie sich vorne an der Kasse nehmen, aber…“, er stürmte los und holte mir gleich einen ganzen Stapel. Ich war gerührt über soviel Engagement und Service.

Der Big Mac schmeckte so, wie glaube ich ein Big Mac schmecken muss. Er kostete wahrscheinlich so viel, wie er in ganz Deutschland kostet. Ich glaube, das ist bei Fast Food – Ketten so. Und ich fühlte mich danach, wie sich jeder nach einem Besuch bei McDonald fühlt. Satt, irgendwie glücklich, aber in dem Bewusstsein, das man dort nicht jede Nacht essen sollte.

Danke, lieber M-Verkäufer in Döhren, ich fühlte mich wirklich gut behandelt. GastroFee.

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