Das Lasall rockt wieder

Die Südstadt ist meine Hood! Ich bin in der Sallstraße 79 aufgewachsen, direkt über dem Lasall. Meine Mutter hat hier während des Studiums gekellnert. Und noch bis 2014 habe ich in diesem Viertel Hannovers gewohnt. Auch wenn ich zwischenzeitlich in Hemmingen, Hamburg und in Lausanne lebte, habe ich das Lasall nie aus den Augen verloren.

Im April hat ein neuer Besitzer die traditionsreiche Eck-Kneipe im Herzen der Südstadt übernommen. Nun ist es zu „Schönwald’s Lasall“ geworden und ich will wissen, was die Betreiber sich für ein Konzept haben einfallen lassen, denn zuletzt war der Ruf des alteingesessenen Bistros eher schlecht. Vor allem der Service wurde von vielen bemängelt.

Meine Tante, meine Schwester und ich wollen an einem sonnigen Donnerstagmittag das Lunch-Angebot testen. Die Frau meines Onkels ist ein absoluter Gourmet. Sie kommt aus einer Hotelliers-Familie, das Gespür für gute Gastronomie wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Hart aber herzlich – so schnell bekommt kein Restaurant ihren Segen. Ihre Meinung ist mir wichtig und so habe ich mir vorgenommen, mein Fazit auf ihre Beurteilung abzustimmen.

Als wir Drei unsere Bestellung bei dem freundlichen Kellner abgeben, müssen wir erst einmal lachen, denn wir wollen alle die „Spaghettini mit Limettenpesto, Tomatenwürfeln,  Basilikum und Gran Padano (8,50 Euro)“, dazu gibt es Rhabarbersaftschorle (0,4l/ 3,80 Euro).

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GastroFee mit Spaghettini und Limettenpesto (8,50 Euro)

Als das Essen kommt, redet erstmal keiner, wir sind hungrig und wollen schnell wissen: Können die hier kochen? „Das Pesto ist definitiv selbstgemacht, das schmecke ich“, sagt meine Tante. Das ist schon einmal gut. Die Spaghettini sind einen Hauch zu trocken, weil sie bereits etwas erkaltet sind, aber ansonsten ist es ein gelungenes Gericht, mit einer feinen Limetten-Note und frischem Rucola. Wir sind zufrieden und meine Tante hat nichts auszusetzen. Puh!

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Tarte mit Sauerkirschen und Johannisbeeren (3 Euro)

Auch beim Dessert sind wir uns schnell einig: Kuchen soll es sein. Wir bestellen eine Tarte mit Kirschen und Johannisbeeren mit Puderzucker (3 Euro). „Alle Kuchen sind hausgemacht“, flötet der eifrige Kellner, als er mit drei großen Stücken an den Tisch geflogen kommt – er ist immer für einen kleinen Schnack zu haben, das mögen wir. Der Mürbeteig ist locker und nicht zu krümelig, der Kuchen insgesamt nicht zu süß. Dazu gibt es eine Tasse Filterkaffee (2 Euro) und einen Eiskaffee ohne Sahne (2 Euro), faire Kuchenklatsch-Preise hier im Lasall. Ansonsten bietet das Café mit Restaurant-Charakter eher gehobene Bistro-Küche an und die Hauptgerichte bewegen sich von 9,50 Euro (Salate), bis zu 23,50 Euro (argentinisches Rumpsteak ). Die Zeiten, wo es hier nur schöde Baguettes gab, sind definitiv vorbei. Aber seine gemütliche und inspirierende Atmosphäre hat das Lasall behalten und der Ruf des Service dürfte sich schleunigst verbessern. Wir sagen: „Top!“

Lasall
Sallstraße 79
30171 Hannover
Tel.: 0511 81 66 63

http://www.schoenwalds-hannover.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 9 bis 23 Uhr, Freitag bis Samstag 9 bis 24 Uhr, Sonntag 10 bis 21 Uhr.

 

 

 

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