Vier Freundinnen und ein „total normales“ Frühstück

Von Daniela Reile

Vier Freundinnen, großer Hunger und wichtige Themen in der Warteschleife, die keine Sekunde mehr warten können. Die besten Mädels der Welt und ich haben uns „unter’m Schwanz“ getroffen. Wir wollen einer der Lieblingsbeschäftigungen von Frauen schlechthin nachgehen – Frühstücken. Stundenlang quatschen, das Thema mit Nina und Stefan zum x-ten Mal durchkauen und beim fünften Milchkaffee noch weitere Erkenntnisse (er-) finden. Da wir die ganze Nacht nichts gegessen haben, ist der Hunger riesig. Nach kurzer Überlegung fällt die Entscheidung auf das HeimW, das auch für fußfaule Leute schnell vom hannoverschen Hauptbahnhof zu erreichen ist. Das stylische und loungig eingerichtete Lokal liegt zentral in der Theaterstraße. Morgens und tagsüber dient es der Verkostung cooler Großstädter und abends wird es zur lässigen Bar. Am Wochenende legt ein DJ auf, der die Gäste für heiße Partynächte in Stimmung bringt. Bisher war ich noch nicht zum Frühstücken dort, doch sind Mittag- und Abendessen im HeimW zu empfehlen.

Die Bedienung guckt erschrocken, als wir um zehn Uhr den „Ich bin alles in einem“-Laden betreten. Ganz nach dem Motto „Ihr wollt’ schon frühstücken?“ Logisch, wer cool ist kommt um zwei, denn das spricht für eine lange und intensive Nacht. Etwas verschämt schleiche ich zum Tisch; war ich gestern doch schon um elf im Bett und bin nun putz munter.

Hungrig schauen wir in die Karte. Das Angebot ist vielfältig, trotzdem entscheiden sich alle für das „total normal“ Frühstück. Für 6,30€ gibt es Brot und Brötchen, Gouda, gekochten Schinken, Kräuterquark sowie ein Bio-Ei. Getränke sind im Preis nicht enthalten. Ich nehme, und jetzt wird es noch langweiliger, einen Früchtetee (2,40€). Es dauert eine Weile bis die Getränke kommen und eine noch längere Weile bis endlich das heiß ersehnte Essen serviert wird.

Brot und Brötchen sind frisch und lecker. Auch der Teller, auf dem Aufschnitt und Aufstrich angerichtet sind, sieht appetitlich aus. Innerhalb unseres dreistündigen Frühstücksmarathons schaffen wir es alles aufzuessen, abgeräumt wird sowieso nicht. In der Zwischenzeit trudeln weitere Gäste ein, während uns die Bedienung schlichtweg vergessen hat. Aber davon lassen wir uns nicht die Stimmung vermiesen und trinken zur Feier des Tages ein Glas Lillet oder Prosecco. Das Publikum um uns herum ist bunt gemischt. Kleine Kinder sitzen mit ihren Eltern zusammen, Pärchen turteln und einige Tische weiter können wir sogar etwas Prominenz sichten. Auch Hannover 96 Torwart Ron Robert Zieler frühstückt in trauter Zweisamkeit mit weiblicher Begleitung.

Gegen Mittag machen wir uns satt und zufrieden auf den Weg in die Stadt. Schön war es. Einziger Kritikpunkt ist die etwas sterile Atmosphäre. Während es dort abends sehr gemütlich ist, fehlt die kuschelige Stimmung beim Frühstück. Eine Kerze auf dem Tisch und gedimmtes Licht hätten etwas mehr Charme in die moderne Innen-Architektur des HeimW gezaubert. Für alle Nachtschwärmer gibt es eine gute Nachricht: Frühstück gibt es bis 18 Uhr. Wer gerne ausschläft, bekommt hier auch noch am frühen Abend garantiert die wichtigste Mahlzeit des Tages serviert.

P.S.: Der Milchkaffee für den weiblichen Koffein-Flash kostet übrigens 2,90€ – die Bohnenauswahl wird als Gourmet-Mischung angepriesen.

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