Wo bist du – Südstadt-Lokal meiner Träume? Teil II

Ich möchte doch einfach nur ein Bier trinken! Es ist Donnerstagabend halb elf und ich komme nach einer anstrengenden Autofahrt aus dem Weserbergland endlich in Hannover an. Ich sehe, dass die Terrasse des Goldfisch auf der Sallstraße noch gut gefüllt ist. Ich möchte ein kühles Blondes, und zwar sofort. Ich zockele auf die andere Straßenseite und nehme an der großen Außenfassade des Hauses Platz. Ich sitze. Ich gucke. Ich warte. Die hektische Bedienung guckt nicht. Sie geht weiter. Nach ein paar Minuten, in denen sie wiederholt an mir vorbeigegangen ist, rufe ich: „Entschuldigung!“ Sie antwortet verwundert: „Möchten Sie etwas trinken?“ Ja, genau deswegen bin ich hier, denke ich mir nur, sage es aber nicht. Ich habe die Auswahl zwischen Jever und Radeberger, eine ungewöhnliche Bierauswahl. Ich nehme ein Radeberger vom Fass 0,5 l für 3,20€.

Nach einigen Minuten bekomme ich mein Bier auf den Tisch geknallt. Wirklich geknallt. Der Bierdeckel fehlt und die Achtsamkeit der Kellnerin auch. Der Henkel des Krugs zeigt nicht parallel zu mir, sondern irgendwo nach schräg oben. Ja, es ist kleinlich, aber ich fühle mich nicht willkommen. Zudem sieht mein Tisch aus wie „Sau“. Der Aschenbecher quillt über und die Asche wirbelt über den Tisch. Es ist wirklich unappetitlich. Aber es geht nicht nur mir so. Auch alle anderen Gäste sitzen an dreckigen Tischen und überfüllten Zigaretten-Auffangbecken. Anstatt dass die beiden Servicekräfte tätig werden, tun sie was? Natürlich erstmal eine rauchen. Als der Kellner vorbei kommt, bitte ich ihn, meinen Aschenbecher auszuleeren und erwähne das ich Nichtraucherin bin. Ich hoffe, dass er meinen Tisch abwischt. Fehlanzeige. Zum Glück kommt die Chefin vorbei, sieht die Schmach und gibt einige Anweisungen, die mehr oder weniger befolgt werden.

Die Kritikpunkte an Restaurants betreffen meist nicht das Essen und Trinken, sondern eher das Personal, das freundlich und charmant servieren sollte. Gastronomie zum Ankommen, Wohlfühlen und Relaxen steht und fällt mit den Angestellten. Schade, im Goldfisch fällt es eher.

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