Am Endpunkt und doch ganz weit vorne – Bülbül Grill

Am Endpunkt anzukommen ist immer blöd. Ein Straßenbahn-Endpunkt klingt oft nach Ghetto, was auf die hannoverschen Randgebiete oft zutrifft. Was verschlägt mich also in die vermeintliche Bronx von Hannover? Okay – ich gebe zu, es ist nicht Sahlkamp oder Vahrenheide, aber der Ruf ist trotzdem nicht der beste. Die Rede ist von Wettbergen.

Vor ein paar Wochen lernte ich einen jungen aufstrebenden Gastronomen kennen, der mir sein eigenes Lokal in höchsten Tönen anpries: „Ich habe das beste Döner-Fleisch in ganz Hannover. Wir machen hier alles selber – das Brot und die Spieße.“ Nach dieser mutigen Ansage ist mein Interesse natürlich sofort geweckt. Mittwochabend mache ich mich also auf den Weg zum Bülbül-Grill nach Wettbergen. Mit im Schlepptau habe ich zwei leidenschaftliche Fleischesser, die sollen mich bei der Bewertung unterstützen.

Der Bülbül Grill liegt direkt am Straßenbahn-Endpunkt von Wettbergen. Ich bin also darauf gefasst, beim Essen die ankommenden und abfahrenden Bahnen beobachten zu können. Zum Glück kommt es ganz anders. In einer kleinen Passage, vorbei am Penny Markt, liegt das Bistro. Von hier aus sieht und hört man weder den Straßenverkehr, noch ist es ein sozialer Brennpunkt. Das Lokal grenzt an gepflegte Mehrfamilienhäuser und ist eingezäunt von bunten Geranien. Und auch das Interieur des kleinen Restaurants ist modern und hell, der Außenbereich ist mit gemütlichen Plastikstühlen versehen und lädt zum Verweilen ein.

Leider sind wir spät dran – das Hühnchenfleisch ist seit halb acht aus. Der Chef empfiehlt uns, das Lamm zu probieren. So wählen meine Begleiter und ich alle den kleinen Döner Teller für 5€, mit Pommes oder wahlweise mit Tomatenreis. Dazu trinken wir Efes – ein türkisches Bier für 2€. Das schmeckt erfrischend herb und ist gut gekühlt. Unsere Dönerteller stehen nach einigen Minuten auf dem Tisch und werden mit frischgebackenem Brot serviert. Die Männer sind begeistert. Ich höre nur: „Mhm, lecker“ oder „Das Fleisch ist wirklich gut.“ Das Lamm ist kross und hat den typischen Eigengeschmack. Es ist nicht grau, wie es bei mancher Konkurrenz zu erhalten ist oder mit Zusätzen gepantscht. Wir sind zufrieden. Vor allem genieße ich die krossen und aromatischen Pommes, die ich in einen milden und nicht allzu stark gewürzten Zaziki eintunke, der mit Dill verfeinert wurde. Schade, das ich nur eine kleine Portion gewählt habe, beim Essen bekomme ich Appetit auf mehr.

Unser Fazit: Glücklich und zufrieden verlassen wir den Wettberger Endpunkt und wissen, das war nicht das Ende, sondern der Anfang einer treuen Stammkundschaft.

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