48 Stunden im Alten Land: Genuss und Entspannung

Rosa Blütenträume, warmer Apfelkuchen und die ZDF-Serie „Frischer Wind im Alten Land“ haben uns nach Jork gelockt. Wir wollten unbedingt auf den Spuren von Felicitas Woll, alias Beke wandeln und ganz nebenbei die Küche der Region erleben.

Ganze 181 Kilometer sind wir bis zu unserer Unterkunft, der Ferienresidenz am Elbufer, gefahren, um den Charme der beliebten Gegend vor Hamburg zu erkunden. Und was sind schon zwei Stunden Autofahrt, wenn man ein schönes Ziel vor Augen hat? Nicht viel. Unser Plan für unsere 48 Stunden im Alten Land: heimische Gastronomie entdecken, den Blick auf die Obstblüte genießen sowie das Altländer Blütenfest in Jork kennenlernen.

Im Alten Land bei Hamburg entspannen und genießen

Ja, und nebenbei wollten wir uns auch noch entspannen. Durch einen glücklichen Zufall wurden wir auf die Ferienresidenz am Elbufer Altes Land aufmerksam. Hier konnten wir zwischen den barrierefreien Wohneinheiten Haus Apfelbaum, Kirschblüte, Pflaumenbaum und Birnengold wählen. Klingt das nicht verheißungsvoll? Schließlich entschieden wir uns für das Drei-Zimmer-Apartment im Obergeschoss mit Blick auf die Kirschbäume in voller Blüte.

In der modern und geschmackvoll eingerichteten Ferienwohnung fanden wir alles vor, was für ein Selbstversorger-Wochenende wichtig ist: Toaster, Kaffeemaschine, Backpapier und Kaffeefilter. Auch die Bettwäsche und die Handtücher wurden uns gegen Aufpreis gestellt.

Zu Besuch im traditionsreichen „Gasthaus Stubbe“ in Jork

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Morgen ging es für uns sofort an die Elbe für einen Walk. Kreislauf anregen und frische Luft tanken lautete unser Ziel. Und ja auch ein bisschen Kalorien verbrennen. Wir wären ja nicht Gastrofee, wenn wir nicht an unserem ersten Abend direkt geschlemmt hätten.

Und „schlemmen“ ist wirklich der richtige Begriff. Freitagabend waren wir im Gasthaus Stubbe, um uns für 29, 90 Euro pro Person am beliebten Buffet zu laben. Anscheinend ist das ein absoluter Geheimtipp unter Touristen aus ganz Deutschland sowie den Einheimischen. Eine Reservierung ist empfehlenswert.

Auf dem Tresen wurde ein kleines, aber feines Buffet aus Fleisch- und Fischspezialitäten aufgebaut. Auf appetitlich angerichteten Platten fanden wir Backfisch, Scholle, Schnitzelrolle, Cordonbleu vor. Dazu werden Gurkensalat, Bratkartoffeln, Kroketten sowie Bohnen und Buttergemüse gereicht. Und keine Sorge: Sobald eine Platte leer ist, wird sofort wieder aufgefüllt. Bezüglich der Service-Mentalität geht es hier norddeutsch zu. Ein einfaches „Moin“ und „bedient euch“ muss zur Begrüßung und für den Rest des Abends reichen. Aber dafür hat man seine Ruhe und kann genüsslich futtern.

Inhaberin Nicole Stubbe überraschte ihre Gäste später am Abend noch mit einer liebevollen Geste: Den Nachtisch „kalten Hund“ brachte sie breit lächelnd mit einem großen Tablett persönlich zu den Leuten an die Tische. Das ist norddeutsche Herzlichkeit!

Am Samstag waren wir dann beim Altländer Blütenfest. Das beliebte Volksfest in Jork ist jedes Jahr wieder ein Magnet für tausende Besucher aus ganz Deutschland und wird bereits seit 1982 ausgerichtet. Es bietet einen charmanten Mix aus Food-Truck-Festival, musikalischem Programm wie Shanty-Chor und Gitarrensounds, lokalen Traditionen mit Trachtenumzug und Wahl der neuen Blütenkönigin. Auch ein Kunsthandwerker-Markt und ein idyllischer Café-Garten am Gemeindehaus laden bei Kaffee & Kuchen zum Verweilen ein.

Nach einem langen Tag auf dem Fest stand für uns schnell fest, dass wir am Abend Ruhe und Entspannung brauchen. Zum Glück bietet die Ferienresidenz am Elbufer auch dafür die richtige Option an. Im Erdgeschoss des Hauses Kirschblüte befindet sich ein architektonisch gut geplanter Wellnessbereich. Mit Panoramablick auf die Obstplantage können Gäste hier in Sauna mit 85 Grad und Saunarium mit 55 Grad relaxen. Wer sich auspowern möchte, dem bietet der Fitnessraum die Möglichkeit zum Muskeln stählen und Kalorien verbrennen.

Das Alte Land ist Schlemmerland: Obsthöfe und lokale Produkte rund um Jork entdecken

Den Sonntag, unser Tag der Abreise, haben wir noch voll ausgeschöpft. Dank des „Blüten-Spezial“, drei Nächte für je 100 Euro, gönnten wir uns den Luxus eines Late-Check-outs. Lange schlafen, ausgiebig frühstücken und dann erstmal zum Obsthof Matthies shoppen. Gerne wären wir zum dortigen Frühstücksbrunch gefahren, aber dafür hätten wir wohl Wochen im Voraus reservieren müssen. Denn auch hier machen die Touristen gerne halt und die Reisebusse laden haufenweise Urlauber ab, um lokale Produkteure kennenzulernen.

Bei Bauer Matthies haben wir unsere letzten Urlaubs-Euros auszugeben. Die geschmeidige Birne Conference, der rotbäckigen Wellant und frühe Erdbeeren wanderten sogleich in unsere Einkaufstaschen. Apfelbrot sowie hausgemachte Konfitüren kamen hinterher. Ja, genießen kann man im Alten Land geradezu an jeder Ecke. Der Obsthof Matthies ist nur einer von zahlreichen lokalen Obstbauern mit eigenem Hofladen und Café.

Der krönende Abschluss unseres Wochenendes-Trips kam unverhofft und in voller (Blüten-) Pracht daher. Durch einen Insider-Tipp wurden wir in Hamburgs doch etwas verlassen wirkenden Stadtteil Cranz an der Elbe gelockt. Nichtsahnend hatten wir unserem Navi befohlen uns zum „Hotel zur Post“ zu lotsen. Dass es sich dabei um Hamburgs ältestes Fischrestaurant mit 300-jähriger Geschichte handelt, wussten wir nicht. Bereits seit 1725 wird das Hotel mit Restaurant von der Familie Kramer betrieben.

Hotel zur Post in Cranz: Hamburgs ältestes Fischrestaurant

Bei unserer Ankunft bot uns Chef Jan Kramer den besten Platz unter dem vollblühenden Kirschbaum mit Blick auf die Elbe an. Alle Gäste werden hier herzlich mit einem „Hallo, ihr Lieben“ begrüßt. Wir nähern uns Hamburg, es wird lockerer – man merkt’s. Was er uns empfehlen kann, frage ich ihn. „Naja, wir sind Hamburgs ältestes Fischrestaurant…“, sagt er und ich nicke. „Der Zander kommt direkt hier unter uns aus der Elbe.“

Also bestelle ich Fisch. Ich entscheide mich für Zanderfilet mit Spargel und Salzkartoffeln sowie einem kleinen Fässchen Sauce Hollondaise. Norden hin oder her – meine Schwester kann ihrer Vorliebe für Wiener Schnitzel nicht widerstehen und ist mit ihrer Wahl mehr als zufrieden. Tipp: Das Restaurant unter der Führung von Chefkoch Christian Rindfleisch ist seit einigen Jahren aber vor allem für seine Maischollen bekannt.

Fischliebhaber sollten also unbedingt bei Familie Kramer einkehren, die auch einige Ferienwohnungen und Gästezimmer anbietet.

Zurück im Auto fühlen wir uns glücklich und entspannt. Der Blick auf die Elbe, das sanfte Rieseln der Kirschbaumblätter und das Wippen der Schiffe am Anleger – wir fühlen uns wie in einem romantischen Rosamunde-Pilcher-Film. Und als das Navi für den Heimweg nur eine Reisezeit von 1:21 Stunde anzeigt, sind wir mehr als zufrieden mit unserem kurzen Wochenend-Trip ins Alte Land.


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