Kalte Seelentröster zaubern warme Stimmung

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Eingerollt: Die japanischen Snacks eignen sich bestens für ein spontanes Picknick.

Andere Leute essen Schokolade, wenn sie schlecht drauf sind. Ich esse Sushi. Ich liebe es, die kleinen Reishappen mit rohem Fisch in Sojasoße zu tauchen und anschließend zu überlegen, ob sie jetzt ein bisschen zu salzig schmecken. Oder ob ich sie besser noch tiefer in das Schälchen mit der tiefbraunen Flüssigwürze tunke. Das macht mich glücklich.

Vor kurzem hatte ich wieder so einen Sushi-Tag. Ich kam aus dem Büro und war frustriert, weil es nicht so gelaufen war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zu viel Arbeit führte dazu, dass ich meine Verabredung nicht einhalten konnte. Also musste Sushi her! An diesem Abend sollte Hashigo Sushi in der Nordstadt mein Dopamin-Dealer sein. Das japanische Spezialitäten-Restaurant befindet sich in der Schaufelder Straße 40 in der Nordstadt. Ein kleiner Raum mit Theke, ebenso kleinen Tischen und grau-roter Einrichtung erwarten den Gast hinter der Tür.

Außer mir sind keine Gäste da. Freundlich fragt der Kellner hinter dem Tresen nach meiner Bestellung. Ich entscheide mich für eine Portion Rainbow Maki (sechs Stück, 4,60 Euro), was die Bezeichnung für Reisrollen mit frittiertem Thunfisch, Gurke und Rettich ist. Dazu kommt mein Lieblingssushi Alaska Maki (sechs Stück, 3,90 Euro). Schade, dass diese Rolle mit Lachs, Avocado und Sesam bei Hashigo Sushi nicht, wie sonst oft üblich, mit Frischkäse zubereitet wird. Das wäre die Krönung gewesen. Ich lasse mir alles zum Mitnehmen fertig machen.

Es ist eine Freude, der Sushi-Meisterin beim Rollen der kleinen Häppchen zu zusehen. Im Eiltempo drückt die Angestellte Klebreis auf ein Nori-Blatt und belegt die Mitte mit zwei Streifen Lachs und Avocadostücken. Die schneidet sie von einer zartgrünen Frucht ohne Dellen ab. Während ich mich frage, wie sie es schafft, alles so perfekt zusammenzurollen, tunkt sie die Kanten flink in Sesam ein. Das gleiche Spiel wiederholt sie mit der zweiten Rolle, nur dass dieses Mal zwei Streifen frittierter Thunfisch im Algenblatt landen.

Keine fünf Minuten später bin ich mit einer appetitlich gefüllten Sushi-Box auf dem Weg nach Hause. Doch statt für die heimische Küche, entscheide ich mich für ein spontanes Picknick. Denn die Sushi-Meisterin hat an alles gedacht. Ingwer mit einem Klecks Wasabi, Soja-Soße und die Einwegstäbchen sind auch in meiner Glückskiste zu finden. Sogar ein Keks samt asiatischer Weisheit wartet auf mich.

Mit dem Sushi bin ich schon nach dem erste Happen zufrieden. Die Stücke sind ein bisschen groß, aber sie zerfallen nicht. Der Fisch ist frisch und hat keinen muffigen Beigeschmack. Dass das Alaska Maki mit Avocado zubereitet ist, ergänzt den Lachs prima. Der Thunfisch im Teigmantel schmeckt würzig, ist durch den Rettich und die Gurke aber nicht trocken. Nach den zwölf Stückchen fühle ich mich angenehm gesättigt und rundum zufrieden.
Seit dem Abend bin ich noch zweimal dort gewesen und habe mir ein kleines Abendessen gegönnt. Sushi schmeckt eben auch, wenn man gerade keine Krise hat. Und einfach keine Lust zum Kochen. isc

Hashigo Sushi
Schaufelder Straße 40
Telefon: (0511) 21 91 29 40
Öffnungszeiten:
Montags Ruhetag
Dienstag bis Freitag: 12 bis 22 Uhr
Wochenende und Feiertags 15 bis 22 Uhr

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