Eine Reise mit der Deutschen Bahn ist ja eigentlich immer eine Abenteuerfahrt. Man weiß nie, was so auf einen zu- und ob man überhaupt ankommt.
Vorsorglich buche ich immer ein Ticket für die erste Klasse, in der Hoffnung, mehr Komfort und Service zu bekommen. Auf jeden Fall aber mehr Platz und Ruhe. Letzteres klappt auch nicht immer zuverlässig.
An das zu spät kommen von Zügen, dem Ausfallen und Pannen haben wir uns ja alle schon gewöhnt. Woran ich mich aber partout nicht gewöhnen will, ist, dass es im Bordrestaurant nichts zu essen gibt. Vor allem dann nicht, wenn ich eine neunstündige Fahrt von der Schweiz nach Deutschland vor mir habe. Aber auch sonst nicht.
Von Basel SBB nach Hannover sitzen wir also im besagten Abteil. Da die Ankunft erst um 22:56 ist, weiß ich, wir müssen nochmal was essen. Der Besuch des Bordrestaurants ist aber auch eine willkommene Abwechslung auf einer langen Reise. Zudem freue ich mich auf etwas Warmes im Bauch.

Ich greife also zur Speisekarte. Ein Teller mit schmackhaft angerichteter Currywurst lächelt mich an. Doch dann lese ich den Satz: „Aufgrund technischer Einschränkungen in der Bordküche können wir nur eine Auswahl unseres Angebots anbieten.“ Ok – Currywurst scheint es trotzdem zu geben und ich schreite hoffnungsvoll zum Tresen.
„Currywurst bitte“, sage ich zur Servicemitarbeiterin dahinter. „Heute keine warme Speisen“, antwortet sie prompt. „Keine warmen Speise?“ „Nein, nur das, was sie hier sehen“, und zeigt auf die Auslage mit ein paar wenigen Sandwiches vor sich. Wieder wiederhole ich ungläubig: „Nur das, was hier liegt?“ Man habe kein fließend warmes Wasser in der Bordküche, könne sich nicht die Hände waschen und dürfe deswegen keine Speisen zubereiten.
Hungern im Bordbistro: Muss das denn wirklich sein?
Uff! Ich schaue auf die Uhr. Es ist erst 18.30 Uhr. Die Auslage fast leer und ich bekomme Panik. Wie soll das für alle Reisende bis Hamburg noch reichen? Schnell bestelle ich zwei Sandwiches und zwei Becher mit Porridge. 19€ ärmer, aber besser als nichts.
Zurück am Platz fange ich an zu grübeln: Ich sitze in dem neuesten ICE auf dem Markt. Alles ist picobello sauber, aber das Essen ist rar. Gedanken schiessen in meinen Kopf: was sollen Touristen aus dem Ausland nur von uns denken?! In einem der reichsten Industrieländer der Welt gibt es nicht verlässlich etwas zu essen im Bistro und Warmes nur auf gut Glück? Die Technik des Zugs ist hochmodern, aber es gibt kein fließendes Wasser in der Bordküche zum Händewaschen? Wie soll man das eigentlich noch jemandem erklären.
Irgendwie schäme ich mich. Kein Wunder, dass die DB eines der Unternehmen mit dem schlechtesten Ruf bundesweit ist. Wir kriegen es einfach nicht hin. Dabei fallen mir sofort Lösungen ein: Wie wäre es mit einer mobilen Suppeküche, die in den Abendstunden den Zug betritt? Es kann doch gut und gerne ein externer Partner sein, der mit einer Gulaschkanone-To-Go an Bord kommt. Oder noch simpler: wie wäre es mit einem Techniker, der das Problem kurzerhand behebt? Mehr Einnahmen durch mehr Warenumsatz muss doch auch im Sinne der DB sein.
Hamsterkäufe und Fressneid im Bordbistro in einem reichen Land wie Deutschland müssen doch nun wirklich nicht sein. Liebe DB, braucht ihr Hilfe? Call me.








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