Kaffee-Seminar im 24 Grad

Sonntag 11 Uhr und ich blicke in etwas müde Gesichter. Bis um halb vier tanzte ich noch auf der Hochzeit einer engen Freundin und nun frage ich mich, warum ich mich für den Morgen danach direkt zu einem Kaffeeseminar angemeldet habe?

Andererseits ist Kaffee genau das Richtige, um wach zu werden und Felix ist bereits dabei die Cups für unsere erste Proberunde vorzubereiten. Felix ist seit drei Jahren Kaffeeröster im Café „24 Grad“ auf dem Engelbosteler Damm und leitet das heutige Seminar. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde geht es los und wir dürfen aus drei verschiedenen Sorten einen auswählen mit dem wir unser heutiges Seminar weiter gestalten. Aus einem tiefen runden Löffel schlürfen wir zischend den Kaffee. Unsere Aufgabe ist herauszufinden, wonach der eigentlich schmeckt. Wenngleich wir alle Kaffeeliebhaber sind, ist es gar nicht so einfach das Geschmackserlebnis einzuordnen. Wir schauen also fragend in die Runde…

Kaffee-Seminar im 24 Grad

20191006_114106Die Mehrheit hat sich für den kräftigen Kaffee entschieden, den wir entfernt mit Schokolade oder auch einem leicht bitteren Walnussaroma assoziieren. Felix beginnt also den Kaffee aus Honduras auf verschieden Arten zuzubereiten. Immer wieder treffen 18g Kaffee auf 300ml und 92° Celsius heißes Wasser. Jede Runde wird mit Spannung verkostet. Zuhause nutze ich einen Handfilter oder eine Frenchpress-Maschine. Besagte Frenchpress, die meine Oma noch Stempelkanne nennt und meine Eltern zu Ihrer Verlobung 1978 geschenkt bekommen haben, zog in meine erste eigene Wohnung vor vielen Jahren mit ein und ist immer noch nahezu täglich in Gebrauch. An Geburtstagen krame ich aus dem Keller eine Kaffeemaschine hervor und da endet es dann auch mit meinen Kenntnissen zu den Brühmethoden von Kaffee, wenn wir Espresso mal außen vor lassen.20191006_122425

Die richtige Brühmethode finden

Ich bin überrascht, welch‘ große Geschmacksunterschiede das hervorbringt. Während der San Rafael aus dem Hario Handfilter mild und fruchtig schmeckt macht der Melitta Handfilter ihn wesentlich bitterer. Von Geschmacksexplosionen bis Abwaschwasser ist alles dabei. Fazit: Es reicht nicht nur guten Kaffee zu kaufen, es lohnt sich auch Zeit zu nehmen, um die für sich richtige Brühmethode zu finden.

Durch Zufall hatte ich den in unserem Seminar verkosteten anaerob fermentierten Kaffee aus Honduras bereits bei meiner Anmeldung im 24 Grad gekauft und aufbewahrt, um im Anschluss mit dem erlernten Wissen den Kaffee bestmöglich zu zubereiten. Meine Favoriten sind glücklicherweise der Hario V60 Handfilter, die Frechpress und Chemex. Da die ersten beiden in meiner Küche bereits vorhanden sind, steht dem Kaffeegenuss nichts mehr im Wege. Dank Felix, weiß ich nun auch wie ich den Mahlgrad an meiner heimischen Kaffeemühle wählen muss. Auf ein Wiedersehen zum Kaffeerösten freue ich mich schon sehr.20191006_133613.jpg

Bis dahin werde ich aber sicherlich noch ein paar Mal in meinem Lieblingscafé in der Nordstadt bei Sonnenschein vor dem 24 Grad auf den Cocktailsesseln Platz nehmen und mich durch die Kaffeevielfalt probieren. Ok, im Sommer dann…

Text & Fotos: Corinna Hennek

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